Weinlehrpfad
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- Erstellt am Montag, 10 September 2007 15:00
- Geschrieben von Stefan Huber
Diese Fotoserie führt Sie virtuell durch unseren Weinlehrpfad.
Der Weinlehrpfad führt Sie durch die Reben des Eichbergs. Hier werden die Rebsorten des vorderen Kinzigtales beschrieben. Ebenso werden die Bewirtschaftungsweise und viele anderen Themen rund um den Weinbau erklärt. Die Wegstrecke führt über gut begehbare Wege und endet wieder an dieser Stelle. Länge des Rundgangs: ca. 1,5 km
Rodung:Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die Wälder um Reichenbach vom Gengenbacher Benediktinerkloster, das auf eine Gründung des heiligen Pirmin 725 zurückgeht, gerodet. Zur Bodenkultivierung wurde zuerst ein Eichbosch gepflanzt, durch den der damalige Erwerbszweig, das Rüttibrennen, ermöglicht wurde.
Eichberg:Der Name stammt von der damaligen Anpflanzung, der Eichenwälder ab.
Rebbau::Der Rebbau im Eichberg begann im 14. Jh, zuert am Talanfang und später bis in die fordere Region des Sondersbach.
Eigentümer:Eigentümer war zunächst das Kloster, das die Weinberge an die Bauern gegen 1/10 Abgabe des Weines abgab. Erst nach der Sekularisation 1806 gingen die Felder an die Bauern als Eigentümer über.
Ruländer (Grauer Burgunder)
Der Ruländer, auch Grauer Burgunder oder Tokayer genannt, ist eine Knospenmutation des Blauen Spätburgunders.Während des Wachstums ist diese Sorte vom Blauen Spätburgunder kaum zu unterscheiden. Diese Sorte wurde um 1711 durch den Speyerer Kaufmann Namens Johann Ruland von Burgund nach Deutschland gebracht.
Ruländer (Grauer Burgunder)
Die Beeren sind graurot und klein, sie reifen mittelfrüh bis spät. Der Ruländer liebt Wärme und gibt sie im Wein wieder: gehaltvoll, vollmundig mit edler Blume, beim reifen Ruländer mit einem feinem Honigton. Die Urgesteinsböden im Kinzigtal sind ihr optimaler Standort. Sie ergeben einen milden oder halbtrockenen Ruländer, liefern aber auch nach früher, besonderer Lese bei trockenem, säurebetonten Ausbau einen frischen, rassigen Grauen Burgunder.
Essensempfehlung:Trocken ausgebaut passt er besonders zu Kalb- und Schweinefleisch, Krustentieren und Fischgerichten.
Müller Thurgau (Rivaner)
Die Müller-Thurgau-Rebe wurde 1882 vom Pflanzenphysiologen Prof. Dr. Müller aus dem Schweizer Thurgau in Geisenheim gezüchtet. Nach neueren Erkenntnissen ist sie eine Kreuzung zwischen Riesling und Gutedel. Die frühreife Sorte wird als erste gelesen und bringt einen milden, fruchtigen und süffigen Wein. Sein Muskatbukett begeistert. Er ist als vielseitiger Tischwein sehr beliebt. Tragen sie die Bezeichung Rivaner auf dem Etikett, so kann man davon ausgehen, dass es sich um einen trockenen, eher jugendlichen, leichten und frischen Wein handelt.
Weinbauklima
Die Rebe gedeiht bei uns nur in klimatisch bevorzugten Lagen. Das optimale Klima haben Standorte in südlich-westlichen oder östlich orientierten Hanglagen in einer Höhe von 250 - 380 Metern über NN.Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei +9,5 bis 10 Grad, die jährliche Niederschlagsmenge bei 850 - 950 mm. Zu bevorzugten Rebstandorten zählen nur solche mit wenig Gefährdung durch Früh - oder Spätfröste.
Regent:
Der Regent ist die bisher einzige Rotweinsorte, die aus Resistenzzüchtung innerhalb kurzer Zeit eine große Verbreitung gefunden hat. Es ist eine Kreuzung aus (Silvaner x Müller Thurgau) x Chambourein. Gezüchtet wurde sie 1967 am Institut für Rebzüchtung in Gallweilerhof (Pfalz). 1995 wurde die Rebe in die Sortenliste eingetragen und 1996 zur Qualitätsweinproduktion zugelassen. Seit 2002 ist der Regent bundesweit zugelassen. Die Sorte ist weitestgehend resistent gegen Peronospora und Mehltau. Der Ertrag ist ähnlich dem Spätburgunder, sie wird jedoch deutlich (ja. 3 Wochen) früher reif. Die Mostgewichte liegen leicht über denen des Spätburgunders. Den Regent zeichnen hohe Zucker- und Farbgehalte aus, das Ergebnis ist deshalb ein gehaltvoller, farbintensiver Rotwein.
Weisser Burgunder:
Der Weissburgunder ist durch Mutation aus dem Blauen Spätburgunder entstanden. Solange die Trauben noch nicht gefärbt sind, lassen sich die drei Burgundersorten (weisser, grauer und blauer Burgunder) kaum voneinander unterscheiden. Nachweislich bekannt ist der “Pinot blanc”, wie er in Frankreich genannt wird, bereits seit dem 14. Jh. Der Weissburgunder ist eine wertvolle, im Trend liegende, edle Weissweinsorte. Die Weine sind fein, bukettneutral, vollmundig, feinfruchtig und sehr elegant.
Essensempfehlung:Die vorwiegend trocken ausgebauten Weissburgunderweine eignen sich hervorragend zu Fisch und hellem Fleisch.
Gewürztraminer:
Der Gewürztraminer, eine Spielart des Traminers, unterscheidet sich vom Traminer in der Traubengröße und Beerenfarbe. Die Trauben sind kleiner, walzenförmig und bräunlich- roséfarben. Die Ansprüche an die Lage sind sehr hoch, während an den Boden geringere Ansprüche gestellt werden. Die Weine des Gewürztraminers sind vom allerfeinsten, an Rosen oder Nelken erinnernd und einem nuancenreichen Geschmacksbild.
Essensempfehlung:Die Weine sind fast immer Edelkreszenzen und als Aperitifs oder Dessertweine geeignet. Trockene Gewürztraminer passend hervorragend zu Käse.
Arbeiten im Weinberg:
Rebschnitt: Für die Winzer beginnen mit dem Rebschnitt die Arbeiten am Weinstock. Hierbei nimmt er stets einen qualitätsorientierenden Rebschnitt vor, mit einem Anschnitt von ein bis zwei kurzen Fruchtfuten.
Laubarbeiten: Schon kurz nach dem Austrieb folgt das Ausbrechen (Entfernen der Triebe), dann mit dem Wachstum ein mehrfaches Heften (Einstecken der Triebe) und endet mit dem Gipfeln (Abschneiden der Triebspitze) ab Mitte Juli. Eine fachgerechte Laubarbeit ist Voraussetzung für eine optimale Zuckerbildung.
Rebschutz: Pilzkrankheiten und tierische Schädlinge bereiten dem Winzer im Rebberg viele Probleme. Dank gezielter Bekämpfungsmöglichkeiten kann heute eine Missernte ausgeschlossen werden. Die gefürchteten Schädlinge wie Heu- und Sauerwurm werden bei uns über die Verwirrmethode (biotechnische Bekämpfung) erfolgreich eingedämmt. Die Reblaus ist schon längst über eine resistente Unterlage (Wurzel der Amerikanerrebe) vollkommen ausgeschaltet, so dass der Weinbau heute weitgehend ohne Insektizidbehandlung auskommt.
Insgesamt sind pro Jahr 35 einzelne Arbeitsgänge erforderlich. Ein Weinberg kommt im 3. Standjahr in den Ertrag und ist ca. 25-30 Jahre ertragstreu.
Riesling:
Der Riesling ist die wertvollste deutsche Weissweinsorte. Die Ortenau führt als einziger Bereich für diese Sorte die Zweitbezeichnung “Klingelberger”. Durch den hohen Lageanspruch sind geeignete Flächen nur in beschränkter Zahl vorhanden. Die Sorte ist durch den aufrechten Wuchs relativ pflegeleicht und ist auch nicht allzu wählerisch an die Bodengüte. Rieslingweine sind geprägt von Rasse und Eleganz und zeigen gerade hier im Kinzigtal ein bestechend feines Pfirsichbukett.
Umweltschonender Weinbau:
Zu den alten Reblagen am Eichberg mit Steigungen von bis zu 60% war eine zeitgemäße, moderne Bewirtschaftung mit Maschinen im Direktzug nicht möglich.
Kleinterrassen In den 80er Jahren wurde dann hier am Eichberg mit dem Kleinterrassenbau begonnen. Die Kleinterrassen bieten folgende Vorteile:
Trotz Steigungen von bis zu 60% erfolgt das Bearbeiten der Reben auf ebener Standfläche
- Die maschinelle Bearbeitung bringt Arbeitseinsparungen von bis zu 50%
- Die Flächen der Fahrgassen können gemulcht werden und daher grün gehalten werden
- Durch die bessere Belüftung und Sonneneinstrahlung trocknen die Reben schneller und sind deshalb nicht so anfällig gegen Pilzkrankheiten.
- Die verbesserte Sonneneinstrahlung bewirkt gleichzeitig eine Steigerung der Qualität.